Man mag es kaum glauben, aber trotz gesetzten Alters war ich noch nie auf Mallorca. Das haben wir jetzt nachgeholt.

In Deutschland waren Herbstferien, wettertechnisch war es also ein kleines Wagnis, auch auf einer Mittelmeerinsel wie Mallorca. Kurz vor der Reise gab es noch schwere Unwetter. Und auch während unserer Reise präsentierte sich das Wetter teils recht herbstlich mit häufigem Regen. Währenddessen herrschte in Deutschland strahlender Sonnenschein.

Der Flug ging von Berlin. Nach der Landung in Palma und stundenlangem Anstehen am Mietwagenschalter (wir hatten beim selben Anbieter gebucht wie alle anderen Reisenden auch – bei den anderen Vermietern herrschte gähnende Leere) ging es weiter mit einem Ford Fiesta. Das Fahrzeug verfügte über Unterstützung für Android Auto, sodass wir unkompliziert auf der Insel herumnavigieren konnten. So konnte es also losgehen, mit zweimal Fujifilm X-T10 im Gepäck, um alles festzuhalten. Die Bilder sind dementsprechend bunt gemischt von uns beiden geschossen, nicht nur von mir.

Unsere Unterkunft, ein über AirBnB gebuchtes Häuschen, befand sich in einem kleinen Ort namens Mancor de la Vall am Fuße des Gebirges im Norden der Insel, der Serra de Tramuntana.

Die Gassen, die zur Unterkunft führten, waren so eng, dass wir den Mietwagen einen halben Kilometer entfernt abstellten.


Der erste Tagesausflug führte uns über die Berge und nach Sóller. Dabei sahen wir zwar die berühmte Bahn (Tren de Sóller), die Fahrt hoben wir uns aber für einen späteren Tag auf. Der kleine Ort in den Bergen hatte auch sonst genug zu bieten.


Auch am zweiten Weg konnten wir dem Ruf der Berge nicht widerstehen. Diesmal bogen wir allerdings nicht in westlicher Richtung nach Sóller ab, sondern nach Osten zum Santuari de Lluc, einem Wallfahrtsort, der als das geistliche Zentrum der Insel gilt. Die dortige Anlage (ausdrücklich kein Kloster, da sie nicht von Mönchen bewohnt wird) hat neben einer Basilika auch einen Knabenchor und einen botanischen Garten zu bieten.

Von dort ging es weiter durch Port de Pollença, eine sehenswerte Steilküste im Norden wegen starkem Regen auslassend, in Richtung Cap Formentor, dem berühmten Leuchtturm. Dort bot sich die Gelegenheit für eine Langzeitbelichtung des Leuchtturms mit Lichteffekt durch ein rollendes Auto, die ich nicht verstreichen lassen konnte.


In den Süden der Insel hatten wir bisher keinen Fuß gesetzt, diese Scharte galt es nun auszuwetzen. Daher machten wir uns auf den Weg nach Cala Llombards, wo der Reiseführer eine traumhaft raue Küstenlandschaft versprach. Zu recht, wie sich herausstellen sollte.


Der folgende Tag sollte nun der Insel-Hauptstadt Palma und der Fahrt mit dem Tren de Sóller gewidmet sein. Palma ist durchzogen von malerischen Gassen, in denen es viel zu entdecken gibt. Im Zentrum findet sich die Kathedrale. Ein beliebter Hotspot auch für Taschendiebe.

 

Die Einheimischen stellten sich im Verlauf des Urlaubs als ausgesprochene Kontaktparker heraus. Eingeparkt wird mit zügiger Geschwindigkeit, bis das dahinter parkende Fahrzeug der Bewegung ein jähes Ende setzt, wobei man ob des heftigen Aufpralls bisweilen befürchten muss, dass das stehende Fahrzeug trotz Handbremse aus seiner Ruheposition geschoben wird.

Je größer das Fahrzeug, umso leichter kann es sich hernach einen Weg aus der Lücke bahnen.

Nach der Stadtbesichtigung ging’s zum Bahnhof, um auf den Gleisen in die Berge und nach Sóller zu gelangen. Während der Fahrt durchfuhren wir malerische Landschaft ebenso wie Regenschauer.


Zum Abschluss des Urlaubs gab es noch einen Besuch in den Coves del Drac (Drachenhöhlen) in Porto Christo und einen anschließenden Küstenspaziergang.

 

Mallorca kann man guten Gewissens weiterempfehlen, auf der Insel gibt es auch abseits von Badestränden und großen Hotels viel zu sehen. Uns hat es jedenfalls gefallen.