Am Tag der Deutschen Einheit bot sich die Gelegenheit, ein verlassenes Gefängnis in Thüringen zu erkunden. Die Anlage ist vor allem auch deswegen interessant, weil es sich um eine mittelalterliche Wasserburg handelt, die erst später zu einem Gefängnis umfunktioniert wurde. Erbaut wurde sie um 1200 unter der Ägide der ortansässigen Grafen. Die Verwendung als Gefängnis begann erst 1861. Unter Nationalsozialisten und später Sozialisten wurden auch zahlreiche politische Gefangene in Tonna interniert. Als die Zeit der Deutschen Demokratischen Republik im Jahr 1989 endete, wurde auch die in der Burg befindliche Justizvollzugsanstalt außer Betrieb gesetzt. Und hier schließt sich der Kreis zum Tag der Deutschen Einheit.

Der Zugang zum Gelände gestaltete sich erfreulich einfach.

 

Einen Abhang herab, den trockengefallenen Wassergraben entlang und durch einen Mauerdurchgang, dessen Metalltür offen steht. Auf der Rückseite findet sich eine lange Leiter, die an die Außenmauer gelehnt ist. Für Höhenängstliche eine kurze Herausforderung, für alle anderen kein Problem. Dann durch einen Fensterausschnitt gezwängt und schon befindet man sich im Inneren.

Für einen Lost Place befindet sich das Gefängnis in einem guten Zustand. Es gibt nur wenig Spuren von Vandalismus. Stattdessen stehen die meisten Einrichtungsgegenstände recht geordnet in den Räumen. Mancherorts sind sogar kleine Szenen angerichtet, die dankbare Fotomotive abgeben.

Für mich war es ein lohnenswerter Vormittagsausflug.

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